Steuern, Schalten

Ich beschreibe unter diesen Themen folgende Punkte:

  • Ausrüstung der Lokomotiven
  • Funktion der Blöcke.
  • Digitaler Streckenblock "Digiblock von ATLplus"
  • ABC Dioden-Bremssystem von LENZ
  • Steuern der Züge mittels Lenz LH100
  • Weichen schalten
  • Signale schalten

 

 

Ausrüstung der Lokomotiven

Ob Gleichstrom- oder Wechselstromloks fanden bei mir Decoder von ATLplus, die 2064er und 2066er sowie von ESU Lokpilot 3 und Lokpilot 4 Verwendung.

Zur Zeit, Stand Juli 2021, ersetze ich die noch 12 Stück ATLplus 2066, mittlerweile über 20 Jahre problemlos in Betrieb, durch solche von ESU Lokpilot 5.

 

Gleichstromloks: Ich besitze ältere und auch neuere Modelle. Bei neuen Loks ist es einfach, Decoder in die Schnittstelle stecken und los.

Bei älteren Loks lege ich meisten die stromführende Seite mit der Masse zusammen. (Besseren Massekontakt) Der frei gewordene Motoranschluss verbinde ich mit dem Bügel für die Stromabnahme ab Fahrleitung.

Wechselstromloks: Bei neuen Loks ist bereits ein Decoder vorhanden. Erkennt dieser ABC von Lenz bleibt er drinn, andernfalls wird er gegen einen von ESU ausgewechselt. Die älteren Loks rüstete ich mit einem Permanentmagneten aus und verdrahte den Decoder ohne Schnittstelle. In der Regel kommt immer die Anpassung des Lichts dazu

Hag, Nr. 165, Re4/4 II, SBB                               Roco, 43656.10, Re 460, BLS                         Hag 180, Re4/4, BLS

Selbst eingebautes Umbaukit                           Einbau ATLplus 2066 Decoder                        Einbau ATLpus 2064 ohne 8pol Stecker

MBT ModellBahn Technik (EYRO)                   mit 8pol Stecker                                                  Einbau Permanentmagnet Hag

Einbau ESU 54614, V4.0, mit 21pin MTC

Einbau Permanentmagnet Hag       

Funktion der Blöcke

Das Streckenverlauf meiner Anlage, ca. 46m, ist ein Hundeknochen. Die Strecke habe ich in 5 Blöcke und jeweils eine dazwischenliegende Freistrecke aufgeteilt. Eine Blockstrecke ist 3m80cm bis 4m lang. Ende jeder Blockstrecke ist eine Bremsstrecke von ca. 1m30cm vorgesehen. Die Blockstrecke ist von der jeweiligen Freistrecke beidseitig auf beiden Gleisen isoliert. 

Fährt ein Zug in einen Block ein, überfährt er einen Reedkontakt und schaltet den ATL Digiblock auf "Block besetzt". Der Zug bewegt sich aber weiter ohne Rücksicht auf die Signalstellung. 1m30cm vor dem Signal überfährt der Zug nochmals einen Reedkontakt. Steht nun das Signal auf rot, schaltet ein bistabiles Relais die Stromzufuhr, im ganzen Block, über eine Diodenbrücke (ABC Dioden-Bremssystem) Dadurch entsteht am Gleis eine asymmetrische Spannung. Diese signalisiert dem Decoder abbremsen. Nun reduziert der Decoder die Geschwindigkeit bis zum Stillstand.

 

Verlässt der vor uns fahrende Zug seinen Block, schaltet der ATL Digiblock unser Signal auf grün.

 

Dadurch schaltet auch das bistabile Relais und wechselt vom Durchlauf der Diodenbrücke wieder auf normalen Fahrstrom. Das wiederum signalisiert dem Decoder freie Fahrt und der Zug beschleunigt wieder. Beim Verlassen der Blockstrecke überfährt der Zug nochmals einen Reedkontakt. Über diese Schaltung gibt der ATL Digiblock den "Block frei"und das bistabile Relais geht in seine Ausgangsstellung zurück.

 

Gleichzeitig öffnet der ATL Digiblock dem uns nachfolgenden Zug seinen Block

 

Diese Schaltung entstand aus folgender Ueberlegung. Ich fahre Züge in Doppeltraktion, oft mit einer Zwischenlok oder auch im  Schiebedienst.

Würde ich beim ABC-Dioden-Bremssystem auf eine Bremsstrecke einfahren, würde zuerst die erste Lok die Geschwindigkeit redudzieren, dann die zweite Lok und später noch die Zwischenlok. Keine der drei Loks hätte die gleiche Geschwindigkeitsreduktion. Entgleisung vorprogrammiert.

Noch schlimmer im Schiebedienst. Während die Loks vorne abbremsen powert die Schiebelok voller Kraft weiter.

Verständlich, dass der ganze Zug in den Block einfährt. Die erste Lok schaltet über den zweiten Reedkontakt die ganze Blockstrecke auf asymmetriesche Spannung. Somit erhalten alle Loks in dieser Blockstrecke zur gleichen Zeit das Signal "bremsen" und der Zug hält ohne zu entgleisen am gewünschten Anhaltepunkt an.

Digitaler Streckenblock "Digiblock" von ATLplus

Dieser digitale Streckenblock ist  von ATLplus entwickelt worden, um auch ohne PC einen automatischen  Blockbetrieb einrichten zu können. Die Funktionsliste ist beeindruckend lang. Nur ein paar Punkte:

  • Voll kompatibel zu NMRA-Steuerungen
  • Programmier- und lesbar wie eine Lok mit CV Programmierung
  • Vollautomatische Streckensicherung
  • Ansteuerung für Signale in beiden Richtungen (Glühlampen oder LED)
  • usw.

Die Funktionen, der Einbau und Verdrahtung sowie die Programmierung werden gut verständlich in einem Handbuch erklärt. Weiter Infos auf der Webseite von www.umelec.ch

 

ABC Dioden-Bremssystem von LENZ

Im Jahr 1987 baute ich meine noch heute in Betrieb stehende Anlage. Damals wurde von einem schweizer Ingenieur, über die Firma Umelec, für Modellbahnen das Digitalsystem ATL vertrieben. Viele Komponenten sind noch heute Standart, z.Bp. Programmierung mittels CV's und eben abbremsen mittels einer einfachen Diodenbrücke. Mit 4 Dioden (IN 4007 J9) in gleicher Richtung, im Kreis verlötet, war es möglich eine asymmetrische Spannung zu erzeugen, das der Decoder als Bremssignal erkennt und dann automatisch auf einen programmiertne Wert, resp. Strecke die Lok anhalten lässt.  

Das viel später von LENZ als ABC Dioden-Bremssystem auf den Markt gebrachte Produkt ist für mich deshalb nur eine alte Idee in neuen Schläuchen.

Mittlerweile sind meine Loks praktisch nur noch mit LokPilot 4 und 5 ausgerüstet. Damit die ESU Decoder auf das ABC Dioden-Bremssystem von LENZ einwandfrei funktionierten, musste ich lediglich die alten Diodenbrücken um eine weitere Diode ergänzen.

Folgende CV's auf den Decodern passe ich wie folgt an:

CV    27    Bremsmodus      Wert 1 wenn Asymmetrie auf linker Schiene / Wert 2 wenn auf rechter Schiene / Wert 3 wenn auf

                  beiden Schienen.  Ich verwende Wert 3.

CV 134    ABC Empfindlichkeit     Standart eingestellt  Wert 12,  Ich programmiere aus Erfahrung den Wert 4 - 6.

 

Interessant sind auch Einstellungen von konstanten Bremswegen in den CV's 253 / 254 / 255.  Im Juli 2021 habe ich begonnen für einen "konstanten Bremsweg" die CV 254 zu benützen. Das Besondere daran ist, dass die Lok auch bei einer tieferen Geschwindigkeit als im CV 5 eingestellt ist, beim Anhalten im Block den ganzen Wert, welcher im CV254 eingestellt ist, ausfährt.

 

Negativ empfinde ich beim ABC System von LENZ lediglich, dass ich bei geschlossenem Signal, heisst bei eingeschalteter asymmetrischen Spannung, die Lok nicht mehr Vor- und Rückwärts bewegen kann. Heisst, ich muss das Signal auf grün setzen, somit auf das Gleis wieder normale Spannung ist, dann habe ich die Lok wieder auf dem Regler. Bei ATLplus musste ich nur den sog. Signalbetrieb F0 ausschalten und dann war die Lok mit dem Regler wieder ansprechbar.

Steuern der Züge mittels Lenz LH100

Einige Details habe ich bereits im vorangehenden Abschnitt erklärt. Auf der ganzen Anlage kann ich mittels Handregler jede Lok mit ihrer entsprechenden Adresse ansprechen. Die mit einem Decoder von ATLpLus ausgerüstete Lok kann aber auch über die Taste F0,  im sog. Signalbetrieb, auf die Strecke geschickt werden. Auch im ABC Dioden-Bremssystem von LENZ kann jederdzeit auf die Lokadresse zurückgegriffen werden.

Das ist bei Decodern von ESU bei mir nicht möglich, wenn sich die Lok in einem asymmetrischen, also Bremsbereich befindet.

Schalten

Weichen schalten

Auf meiner Anlage sind Weichen von Shinohara, Fleischmann und Roco verbaut. Während Fleischmann und Roco mit ihren normalen Magnetantrieben oder neu auch mit MP5 gestellt werden, werden die Weichen von Shinohara mit dem Motorantrieb von Fulgurex gestellt.

 

Früher schaltete ich die Weichenantriebe, mit Kipschaltern auf dem Stelltisch, noch analog. 

 

 

 

 

 

Die Weichen im sichtbaren Bahnhof werden seit dem Jahr 2013 digital geschaltet. Die zahlreichen Motorantriebe von Fulgurex schalte ich mit fünf M-DEC-4fach von Littfinski und einige Magnetantriebe mit S-DEC-4-DC von Littfinski.

 

 

 

 

 

Der M-Dec von Littfinski hat zwei Eingänge. 2xPhase/Masse von einem Trafo und 2xJ+K von der Zentrale her. 

 

Pro M-Dec können vier Weichenantriebe gesteuert werden.

Die Magnetantriebe im immer noch nicht automatisierten Schattenbahnhof werden nach wie vor analog gesteuert. Hier gibt es immer noch etwas zu tun.

22.05.2016 der Schattenbahnhof ist mittlerweile digitalisiert und über TC schaltbar. Ich habe Qdecoder Z1-16N eingesetzt.

Signale schalten

Die Lichtsignale und Zwerge im sichtbaren Bahnhof werden mit Qdecoder Z1-16 Signal geschalten. Ich hatte mir ein Startset mit dem Programmer und zwei Qdecodern gekauft. Die Erklärungen zu deren Handhabung hörten sich damals einfach an. Anders präsentierte sich das Ganze dann im Hobbyraum. Es bedurfte einiger Anstrengungen bis ich mich in die Thematik Qdecoder eingearbeitet hatte. Das Handbuch legte ich als zu kompliziert zur Seite. Ich bediente mich nur noch den Betriebsanleitungen, die in Form von Faltkarten dem Startset beigelegt waren.

Eine grosse Hilfe waren für mich auch die Webseiten von Bruno Ineichen, www qdecoder.ch und www.eichenstadt.ch. Dort fand ich vom Profi unter Tipps und Tricks viel Wissenswertes nicht nur über den Qdecoder sonder auch über das Lenz System.

 

Als mein Wissenstand über den Qdecoder am höchsten war, hatte ich innerhalb dreier Monate sämtliche Lichtsignale und 30 Zwerge an die konfigurierten 10 Qdecoder angeschlossen.

Qdecoder montiert hinten am Stelltisch für rechte Anlageseite                               Qdecoder montiert hinten am Stelltisch für linke

                                                                                                                                                  Anlageseite


Zusammengefasst lautet meine Laudatio auf den Qdecoder etwa so.

Der Qdecoder ist ein geniales Ding. Einmal verstanden wie es geht und dann konfiguriert, laufen die Dinger störungsfrei. Die Signalbildwechsel auf der Anlage sind eine Augenweide. 

 

Aber ich musste alle diese Vorteile doch recht hart erarbeiten. Potential sehe ich auch noch in den Bedieneranleitungen. Einiges, und da nehme ich gerade einmal die Anschlussbelegung von Lenz im TrainController heraus, sollte eigentlich irgendwo in den Unterlagen des Qdecoders aufgeführt sein. Wer vermutet den schon, dass bei Lenz die Anschlussbelegung einfach etwas anders ist als z.B. bei ESU oder Intellibox.