SBB Personenwagen NPZ, 96780A und 96780B, von PIKO innen beleuchten

Am 25.09.2019 habe ich diesen Artikel geschrieben. Es gibt Ergänzungen dazu, welche ich am Schluss unter "Neue Erkenntnisse" erläutere.

 

Der Trieb- und Steuerwagen aus dem Set, Art.96830, sind ja werkseitig bereits mit einer Innenbeleuchtung ausgestattet. Das nachgelieferte Set mit den beiden Personenwagen, einem AB und einem B, galt es nun nachträglich mit einer Innenbeleuchtung zu versehen. Da in meiner Bastelkiste noch genügend Material vorhanden war, entschloss ich mich nicht für die Originalteile von PIKO.

Material:

  • LED Leisten von E/Modell                        LX-U mit DCC-Decoder,16 LED's warmweiss, programmierbar über CV's
  • Schleifkontakte von Gruner                     Art. G008
  • 2pol. Stecker/Buchse v.Gruner               Art. G166-k

 

Entgegen meinen "Neuen Erkenntnisse 04.05.2017" des unten stehenden Artikels über den Einbau der Innenbeleuchtung in Apm und Bpm Personenwagen von Roco, verwendete ich bei den zwei Wagen von PIKO wieder die Schleifkontakte von Gruner. Warum? Der Steuerwagen ist werkseitig mit Schleifkontakten ausgerüstet. Das Trieb- Steuerwagenset ist nun bald ein halbes Jahr auf der Anlage gefahren und ich stellte bis anhin kein Lichtflackern fest. Deshalb entschloss ich mich, die Schleifkontakte von Gruner wieder einzusetzen. Zudem wird auf der verwendeten LED-Leiste der Strom bereits etwas gepuffert.

 

 

Der zerlegte Personenwagen B von PIKO

 

  • Wagenkasten
  • Innenraumblende
  • Drehgestelle links und rechts
  • Wagenchassis

 

Zerlegen gemäss der beigelegten Wagenbeschreibung. Einfach.

Anbringen des Schleifkontaktes in das Drehgestell

 

Zuerst den Schleifkontakt zurechtbiegen. Dann auf der Kupplungsseite die drei Stromabnahmefedern einkürzen. Auf den Schleifkontakt ein ca. 8cm langer, dünner Draht anlöten. Die Achsen aus dem Drehgestell heraus nehmen. Schleifkontakt am Drehgestell befestigen. Achsen wieder einsetzen. Verbindung mit dem Multimeter austesten.

 

 

 

 

In das Chassis und die Innenraumblende ein Loch 1,5mm bohren. Dies auf beiden Wagenseiten.

 

Durch die Öffnungen wird später der Draht vom Schleifkontakt ins Wageninnere geführt. 

Da ich mit dem Bügel des Triebwagens den Strom aus der Oberleitung abnehme, muss ich diesen mit einem Kabel mit Stecker und Buchse vom Triebwagen zum PW1, vom PW1 zum PW2, und  vom PW2 zum Steuerwagen weiterleiten.

 

Auf dem unnummerierten Wagenende, oben rechts, ein Loch 1,5mm bohren.

Auf dem nummerierten (1) Wagenende, mitten ins Trittbrett, ein Loch 1,5mm bohren.

Die Bohrpunkte sind so gewählt, dass das Kabel mit Stecker/Buchse leicht hin und her geschoben werden kann. 

 

Befestigen und verlöten der LED-Leiste

 

Die LED-Leiste musste ich ca. 2cm einkürzen. Mit doppelseitigem Klebeband die Leiste an drei Punkten in das Wagendach eingeklebt. Die von den Drehgestellen her führenden Drähte auf die LED-Leistenseite B gelötet.

Die Kabel mit Stecker/Buchse durch die Bohrlöcher, von aussen ins Wageninnere ziehen und auf die LED-Leistenseite A löten. 

 

Darauf achten, dass beim Zusammenkuppeln immer ein Stecker und eine Buchse zur Verfügung stehen.  

Neue Erkenntnisse zur Masseaufnahme ab den Achsen.

 

Der Zug fuhr in der Ebene ausgezeichnet. Hingegen in Kurven von Steigungen entgleiste immer das erste Drehgestell des ersten Wagens nach dem Triebwagen. Tests zeigten bald, dass die Kinematik des Triebwagens klemmte, heisst, nicht ausfuhr. Tests zeigten weiter, dass mit nur einem Wagen angehängt,  die Kinematik funktionierte. Auch bei zwei Wagen angehängt entgleiste kein Drehgestell. Ich schloss daraus, dass das Problem bei der Anhänglast liegen musste. Ich änderte in den Drehgestellen der Wagen den Anpressdruck der Schleifstücke, d.h. nicht mehr die Achsen drücken (eben viel zu stark) auf die Schleifstücke sondern die Schleifstücke leicht auf die Achsen. Somit erreichte ich einen geringeren Rollwiderstand was auch die Anhängelast verringerte. Nun verklemmte sich die Kinematik des Triebwagens nicht mehr und funktioniert einwandfrei.  

Graue Apm und Bpm Personenwagen von Roco innen beleuchten

Am 25.07.2016 hatte ich diese Seite gestaltet und aufgeschaltet. Neue Erkenntnisse zur Stromaufnahme und daraus folgende Abänderungen erläutere ich am Schluss in der Rubrik "Neue Erkenntnisse 04.05.2017".

 

 

Die Innenbeleuchtung habe ich in diesen Personenwagen diesmal mit folgenden Produkten gebaut:

  • LED Beleuchtungsleiste, 9 helle SMD LED's mit Dimmer, von Gruner, Art.Nr. G116
  • 2polige stromführende Kupplung von Viessmann, Art. Nr. 5048. Für Kupplungsschacht nach NEM 362,  HO
  • Stromabnehmer Schleifkontakt von Gruner, Art.Nr. G 008, HO

Der Zug mit den grauen Apm und Bpm sowie einem Speisewagen, wird von einer Re 4/4 bls von Rivarossi gezogen. Ob wohl die Lok über einen Kurzkupplungsschacht nach NEM 362 verfügt, baute ich die stromführende Kupplung nicht ein. Die horizontale Verschiebung des Drehgestells war möglich, aber nicht einwandfrei und die vertikale Verschiebung war zu gering. Also führe ich über einen Ministecker von Gruner die Phase von der Lok in den ersten Wagen. Deshalb verpasste ich jedem zweiten Wagen einen Schleifkontakt und  verteile so die Masse über den zweiten Pol der stromführenden Kupplung über den ganzen Zug. So erreiche ich eine flackerfreie Innenbeleuchtung.

 

Benötigte Werkzeuge

 

Lötstation

Bohrmaschine

Holzbohrer 10mm und 5mm Durchmesser

Seitenschneider

Abisolierzange

Pinzette

Demontieren des Personenwagens Apm oder Bpm

 

 

  • Kupplungen aus den Schächten entfernen.
  • Die Faltenbälge rechts und links von Hand wegziehen.
  • Dach rechts oder links vom Kasten ca. 1cm seitlich wegstossen (braucht eine gewisse Kraftanstrengung)
  • Kasten vom Wagenboden lösen. Dazu auf einer Seite, mit einem Schraubenzieher, im Innenraum die Verankerungen lösen. ( Eine knifflige Arbeit)
  • Die Inneneinrichtung liegt danach lose auf dem Wagenboden und kann weggehoben werden.

 

 

Kupplung montieren

 

 

  • Die stromführende Kupplung in den Schacht einschieben.
  • Die beiden Kabel rechts und links der Kupplungsstange durch den Wagenboden ziehen.

 

Das zusätzliche Kabel kommt vom Schleifer des Drehgestells.

4 Bohrungen von 5mm Durchmesser im Einstiegsbereich der Inneneinrichtung

 

  • Um die beiden Kabel durch die Inneneinrichtung/Einsteigebereich führen zu können, müssen pro Einsteigeseite zwei Löcher gebohrt werden. Damit die Kabel später nicht klemmen, wählte ich einen Durchmesser von 5mm.
  • Sind die Löcher gebohrt und die Kanten entgratet,  legte ich die Inneneinrichtung auf den Wagenboden und zog  die Kabel durch.
  • Das Wagengewicht nicht vergessen vorher wieder einzulegen.

 3 Bohrungen am Wagenkasten von je 10mm Durchmesser

 

Auf der linken Seite eine Bohrung von 10mm Durchmesser.  Durch das Loch kann das LED den Einsteigebereich beleuchten.

Auf der rechten Seite zwei Bohrungen von je 10mm Durchmesser. LED kann somit Einstiegbereich beleuchten und Elektronikteil ist versenkt.

 

Auf dem Bild rechts sehen sie die LED-Leiste angeschrieben mit "U" und "O". Dies bezieht sich auf die Kabel der untern und oberen Stromführung der Kupplung. Unten = Masse / Oben = Phase.

 

Auf der rechten Wagenseite werden die drei Kabel durch den Wagenkassten in den Dachbereich gezogen.

Das Gleiche geschiet auf der linken Wagenseite mit den zwei Kabeln.

(Die Kabel zog ich durch die bereits vorhandnen rechteckicken Öffnungen im Kasten)

Verlöten der Kabel auf der Beleuchtungsleiste

 

Ich mache nochmals auf das Bild oben rechts aufmerksam. Schreiben sie vor dem verlöten der Kabel die LED-Leiste mit "U" und "O" an. Dies bezieht sich auf die Kabel der untern und oberen Stromführung der Kupplung. Unten = Masse / Oben = Phase.

 

Rechte Wagenseite, bzw. Beleuchtungsleiste Seite mit Elektronikteil

Die vorhanden zwei Kabel auf der Leiste habe ich entfernt. Danach die zwei Kabel von der Kupplung her so eingekürzt, dass noch eine gewisse Reserve im Einstiegsraum vorhanden war. Dann zuerst das Kabel vom unteren Kontakt auf der Kupplung auf der Seite "U" der Beleuchtungsleiste angelötet, danach das andere Kabel auf "O". Das Kabel vom Schleifkontakt habe ich auch eingekürzt und auf das Quadrat rechts des Dimmers, auf der Seite "U" angelötet.

 

Linke Wagenseite

Die beiden Kabel von der Kupplung her ebenfalls einkürzen und im Einsteigebereich des Innenraums etwas Reserve belassen. Wieder zuerst das Kabel des unteren Kontaktes auf der Kupplung auf der Seite "U" anlöten. Danach das andere Kabel auch anlöten.

 

Die Beleuchtungsleiste an einem oder zwei Punkten mit Doppelklebeband befestigen. Zuletzt das Dach wieder aufsetzen.

Neue Erkenntnisse 04.05.2017

 

Folgende Korrekturen vorweg:

  • Eine flackerfreie Innenbeleuchtung funktionierte nur kurze Zeit bis sich die Schleifkontakte auf den Achsen verstaubt hatten.
  • Die Schleifkontakte von Gruner, Art.Nr. G 008, HO, habe ich in den Drehgestellen ausgebaut und deren Anschluss auf der Lichtleiste abgelötet.
  • Die Lok Rivarossi, Re4/4 bls, ist gegen eine Roco, 465 der bls, ausgewechselt worden.
  • Phase und Masse habe ich ab der Lok genommen und mit zwei Ministecker von Gruner in den ersten Wagen geführt. Von diesem weiter über die stromführenden Kupplungen.

Je länger der Zug in Betrieb war, desto mehr flackerte das Licht. Also konnte meine Art der Stromabnahme nicht das Gelbe vom Ei sein. Zu meinem Erstaunen verschmutzten sich die Schleifkontakte auf den Wagenachsen relativ rasch und der Kontakt mit der Masse wurde immer schlechter.  Der Einbau von Kondensern war erst meine letzte Option.

 

Drei Züge habe ich bereits mit einer Innenbeleuchtung versehen und fahre absolut flackerfrei. Ich habe jedoch teurere, programmierbare Lichtleisten eingebaut. Lok und Wagen sind ebenfalls mit Viessmann 2-pol stromführenden Kupplungen versehen und Phase und Masse kommen direkt aus den Loks.

 

Ich testete die ganze, mit Gruner Lichtleisten, Art. G116, ausgerüstete  Komposition durch und stellte immer wieder fest, dass zwei Wagen beleuchtet waren, jedoch ab dem dritten Wagen die Beleuchtung ausviel. Der hinerste Wagen an zweiter Stelle war wieder ok. Des Rätsels Lösung war, dass ich auf allen Lichtleisten den Dimmer auf voll stellen musste.  Dadurch erhielt jede Lichtleiste genügend Strom und jeder Wagen von vorne bis hinten weisen eine genügende Helligkeit auf.

Somit ist das Ziel des flackerfreien Fahrens erreicht und die Kondenser gespart.