Mein Geländebau

Schichtbauweise mit Schaumstoffplatten

Ich baute das Gelände in der sog. Schichtbauweise mit Schaumstoffplatten. Dazu verwendete ich Styroporplatten in den Dicken 10, 20, 40 und 50 mm. Ich begann immer mit einer Grundplatte. Die musste immer auf mehreren festen Punkten (Holzlatten, Spannten, Trassenbrett, usw.) abgestellt sein. Je grösser die zu überspannende Fläche war, desto dicker wählte ich die Platte.

Je nach dem wie die Landschaft ansteigen sollte, legte ich eine oder mehrere Platten aufeinander. Unterschiedliche Dicken oder näher aneinander reihen der Plattenenden, ergeben später leichter oder stärker ansteigendes Gelände.

Die verschiedenen Platten schnitt ich ähnlich der Höhenkurven auf den Karten zurecht und erhielt somit schnell eine recht realistische Geländeform.

Bearbeiten der Styroporplatten

Im hinteren Teil der Anlage stand für Gelände,  vom Trasse zum Anlagerand, noch ca. 250 mm zur Verfügung. Da beabsichtigte ich ein steil ansteigendes Gelände, in Form von Felsen und Buschlandschaft etc. zu bauen. Auf den Bildern ist ersichtlich, dass ich wieder zuerst mit einer Grundplatte begonnen hatte. Dann stellte ich Platten senkrecht, quer oder längs auf die Grundplatte. Um später besser an das Trasse heranzukommen, d.  h. später Teile aus der Landschaft heraus nehmen zu können, baute ich in Elementen von ca. 500 mm. 

 

Die Platten verleimte ich mit normalem weissen Holzleim.

 

Bevor das Styropor bearbeitet werden kann, ist der Leim gut ausdrocknen zu lassen. Das Styropor bearbeite ich mit einem dünnen Draht. Die Drahtenden dieses ca. 200 mm langen Drahtes wickelte ich zweimal um je eine Krokodilklemme. Die von den Klemmen weggehenden, isolierten Drähte, schliesse ich an den Lokausgang eines alten Märklintrafos an. Mit dem Regler gebe ich nun so viel Volt, dass der Draht zwischen den Krokodilklemmen heiss, aber nicht glühend wird. Nun ziehe ich diesen heissen Draht über oder durch das Styropor und schneide mir so das Gelände zurecht. Die Arbeit kann so viel sauberer gemacht werden als mit Messer und grober Feile. 

 

Proxxon bietet auch den 0.2 mm dicken Schneidedraht auf einer Rolle an.
Hobby AG, Heimberg                                                             




Ein Stück Schneidedraht spanne ich zwischen zwei Krokodilklemmen. Die Kabel schliesse ich wie bereits eingangs erwähnt an die Lokausgänge des alten Trafos von Märklin an. Mit dem gespannten Draht schneide ich das Styropor in die gewünschte Form.



PROXXON: Heissdraht-Schneidegerät Thermocut
                                                                                                                
Hobby Heimberg                                                                           
EYRO Modellbahn GmbH per Internet                                      

 

 

Zum Bearbeiten von Styropor ein muss.

Auftragen von Spachtelmasse auf das Styropor

Als Spachtelmasse verwende ich noch heute im Geländebau den "Aussen-Weissputz FIXIT 140". Fixit 140 ist im Baumarkt, in einem 30 kg Sack, erhältlich. Dieser Aussenputz hat die Eigenschaft, dass er ca. 5x länger als Gips verarbeitbar ist und flexibel bleibt. Ausgetrocknet hat Fixit einen hellbeigenfarbenen Farbton.

 

Damit Fixit nicht Knollen bildet, gebe ich nicht Wasser zum Pulver, sondern das Pulver zum  Wasser. In der Regel gebe ich 2/3 kaltes Wasser in einen schwarzen Gipsernapf. Danach streue ich mit einem Suppenlöffel langsam das Pulver in das Wasser, bis alles Wasser aufgesaugt ist. Nach ca. 2 Minuten rühre ich die Mischung schnell und gut um und bringe dann die Masse auf das Styropor. 

 

Wie auf dem Foto eines später hergestellten Dioramas ersichtlich, forme ich mit der Spachtelmasse das Gelände im Detail.

 

Zuerst werden die Spalte zwischen den Styroporteilen gefüllt und dann die flachen Geländeformen gestaltet. Dabei ist die Masse in flachem Gelände mit dem Spachtel nur dünn auf das Styropor aufzutragen.

Tage später oder gleich im Nachgang zum ersten Auftrag kann Fixit zur Mauergestaltung oder Anderem, dicker und immer wieder aufgetragen werden. 

 

Herstellen von Felsen

Ein Gelehrter ist noch nie vom Himmel gefallen, sagt ein Sprichwort. Also heisst es üben, üben, üben, will man zu einem vernünftigen Ergebnis kommen.

In den 80iger Jahren war für den Modellbau Bernhard Stein das Mass aller Dinge. In der FALLER-Schriftenreihe "Modellbau leicht gemacht" erklärt er in Wort und vielen Bildern sein Handwerk. Dieses Profiwerk war und ist auch heute noch eine Fundgrube für mich. 

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten realistischen Felsen herzustellen.

  • Die Felsstrukturen mit diversen Schaberwerkzeugen (Steckbeitel, Messer, Spachtel usw.) aus der Masse herausarbeiten.    Dazu sollte man Fotovorlagen brauchen.
  • Felsen giessen in Formen von Woodland-Scenics oder eigenen hergestellten Formen.
  • Fertige Felsfolien diverser Herstellen einsetzen und bearbeiten
  • Gegenstände aus der Natur verwenden.

Ich formte meine Felsen mit einem scharfen Stechbeitel und vielen anderen Werkzeugen aus der Masse heraus. Mit einem Spachtel brachte ich die angerührte Masse auf das schräg oder senkrecht stehenden Styropor auf. Dies in unterschiedlichen Dicken von 1 - 4 oder mehr Centimetern. Nach ca 15 Minuten begann ich mit dem Steckbeitel Felsstrukturen aus der Masse heraus zu arbeiten, teilweise gröber, teilweise feiner, immer mit einem Auge auf die Fotovorlage blinzelnd. Ich habe mir dazu recht viel Zeit genommen.

Von der ursprünglich aufgetragenen Masse wird relativ viel Abfallmaterial anfallen. Die ausgetrocknete Masse ist schlussendlich gar nicht mehr so schwer wie man annehmen könnte.

Lasieren, Wischtechnik und Patinieren oder wie das alles heisst.

Eine einmal gewählte Gesteinsart sollte auf der Anlage durchgezogen werden. Einmal in der Struktur und einmal in der Farbe. Ich wählte das Gestein wie man es im Gebiet der Lötschberg - Nordrampe findet.

Vor der Farbgebung kann man den Fixit mit einem Anstrich grundieren.  Ich machte das nicht. Ich ging direkt mit wasserlöslicher Dispersionsfarbe auf den Putz. Nicht so rasch wie meine Aussage den Anschein erweckt. Auf zahlreichen Felsmustern hatte ich versucht, den richtigen Farbton und die richtige Vorgehensweise herauszufinden. Erst als ich im Vorgehen sicher war, begann ich Felsen auf der Anlage einzufärben.

Ich wendete die sog. Wischtechnik an. Die Felspartie strich ich reichlich mit der Grundfarbe ein, um sofort mit einem Schwamm wieder viel von dieser Farbe von den Felsen wegzunehmen. Somit bleibt mehr Farbe in den Ritzen hängen als auf den glatten Partien.

Mit stark verdünnten unterschiedlichen Farben hauchte ich danach den Felsen ihre persönliche Note ein. Damit die Felsen zu leben begannen, patinierte ich sie. Mit patinieren meint man das feine Überwischen der Felsenkanten mit einem Pinsel mit fast trockener weisser Farbe.

Landschaft begrünen

Grassfasern in unterschiedlichen Grüntönen und Längen, elektrostatische Begrasung, Laubbäume, die nach solchen aussahen, Laubfliessen, Büschel verschiedenster Gräser, Blumen und Gemüse aus Plastik und so weiter. Gab es in den 80iger Jahren alles nicht.

Wenn ich heute die Anlageberichte von Helge Scholz oder Josef Brandl ansehe, kommen mir fast die Tränen. Das sind die heutigen Vorbilder, denen es nachzueifern lohnt.

Woodland-Scenics Produkte waren in den 80iger Jahren das Beste, was es zur Begrünung auf dem Markt gab.  Die vielen Erdfarben und Grün in Blendet Turf und Turf sowie die Foliagen von sehr fein bis sehr grob waren das Mass aller Dinge. Ich glaube, auch heute weis man diese Produkte noch zu schätzen. Auch Heki war damals in Filiagen und Decovlies schon sehr gut. 

Ich hatte einen recht grossen finanziellen Aufwand betrieben und mir eine grosse Anzahl dieser Erdfarben und verschiedener Grün beschafft. Im Nachhinein muss ich sagen, nur der Einsatz der verschiedensten Farben und das Auftragen in mehreren Schichten spiegelt die Vielfältikeit einer recht realen Landschaft.